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Ein Segeltörn auf Traditionsseglern erfordert eine gewisse Vorbereitung und die notwendige Ausrüstung.
Nichts ist ärgerlicher, als wenn man auf See feststellt, dass die eigene Ausrüstung unzureichend ist oder
wichtige Gegenstände fehlen. Durch Tipps erfahrener Trainees und eigene - zum Teil auch leidvolle - Erfahrungen aus einigen Segeltörns habe
ich eine Ausrüstungsliste erstellt, mit der ich jetzt ganz gut zurechtkomme.
Die Kleidung richtet sich natürlich nach der Jahreszeit und nach dem Fahrtgebiet, aber auf See sollte man auch immer
wärmere Sachen mithaben, da es auch bei gutem Wetter bei Wind schnell kühl werden kann. Dieses gilt natürlich besonders für
die kalte Jahreszeit, vor allen Dingen auf Revieren wie Nord- und Ostsee oder in nördlicheren Gewässern.
Ein gutes Ölzeug für schlechtes Wetter ist natürlich auch ratsam. Auf Großseglern kommt Wasser meistens erst bei Windstärken
ab 7 Beaufort oder höher über, aber wenn man einmal eine Stunde bei strömendem Regen am Ruder im Freien gestanden hat,
lernt man eine gute Wetterschutzkleidung zu schätzen.
Ihr könnt meine Liste hier downloaden. Es ist eine Winword-Datei, die Ihr nach eigenem
Bedarf anpassen oder ergänzen könnt.
Bitte benutzt für Eure Ausrüstung keine Koffer, in der Regel ist auf den Schiffen nicht genügend Stauraum vorhanden.
Besser ist ein Seesack oder eine größere Sporttasche, die klein zusammengelegt und verstaut werden können. Plant Eure Ausrüstung genau und nehmt
nicht zuviel mit, denn so ein voller Seesack kann verdammt schwer werden, die Wege bis zum Schiff sind teilweise ziemlich lang und selten mit dem Auto zu erreichen.
Übrigens aus eigener Erfahrung noch ein Tipp: Wenn Ihr Lebensmittel (Kaffee, Milchpulver, Getränke, etc.) mitnehmt,
achtet auf eine bruchsichere und vor allen Dingen dichte Verpackung. Sonst geht es Euch so wie mir mit meinem Glas Milchpulver - siehe MIR-Törn Hamburg-Warnemünde.
Tassen oder ähnliches sollten aus Kunststoff oder Edelstahl sein.
Die Arbeit auf einem Segelschiff ist nicht ungefährlich. Durch Leichtsinn oder Unwissenheit kann es zu Verletzungen, einer Gefährdung anderer Mitsegler oder sogar zu bösen Unfällen kommen.
Informiert Euch daher vorher über die Sicherheitsbestimmungen und sonstigen Regeln an Bord und haltet diese vor allen Dingen ein. Sie sind nicht gemacht, um Euch zu ärgern oder in Eurer Freiheit zu beschränken,
sondern um Gefahren für Euch und andere zu vermeiden und die Sicherheit des Schiffes zu gewährleisten. Auch Notfallübungen sollten daher mit dem erforderlichen Ernst durchgeführt werden.
Achtet an Bord auch auf Eure Mitsegler, ich habe es selbst erlebt, das Leute ins Rigg gestiegen sind und dabei vergessen haben, ihren
Sicherheitsgurt korrekt zu schließen bzw. ihn falsch angelegt haben. Im Ernstfall kann das böse Folgen haben.
Wenn Ihr an Seewachen teilnehmt, solltet Ihr Eure Aufgaben gewissenhaft ausführen und Euren Posten nicht verlassen, bevor die Ablösung da ist.
Wenn Ihr eine Wache ablösen müsst, seid bitte 5 Minuten vorher da und trödelt nicht in der Gegend herum. Es ist ziemlich blöd, wenn eine ganze Wache
ihren Feierabend nicht antreten kann, weil eine Person nicht abgelöst wurde und alle warten müssen.
Auf meinen Törn mit der STATSRAAD LEHMKUHL
hatten wir so einen Fall. Ein weiblicher Trainee der blauen Wache hat sich bei der Wachablösung erst einmal in aller Seelenruhe zu einem Schwätzchen mit der Bojenwache begeben,
ohne sich auf ihrem Posten zu melden und die bisherige Brückenwache abzulösen. Also mussten wir, die grüne Wache ca. 10 Minuten warten, bis die Dame gefunden wurde und dann endlich unseren Mann abgelöst hat.
Und wenn sich solche Fälle dann wiederholen, kommen schon mal Rachegelüste auf....
Nachfolgend findet Ihr noch einige - ausdrücklich völlig subjektive - Kurzbewertungen der Schiffe, auf denen ich zumindest einige Tage mitgesegelt bin.
KHERSONES
MIR
ROALD AMUNDSEN
STATSRAAD LEHMKUHL
| Name des Schiffes: | Zeitraum der Reise: | Ort der Reise |
|---|---|---|
| KHERSONES (3-Mast-Vollschiff, Ukraine) | 14.-20.07.2002 | Travemünde/Bornholm/Travemünde |
| Kriterium: | Bewertung: | |
| Allgemeinzustand des Schiffes: | gut | |
| Unterbringung: | sehr gut, 4-Bett-Kabine mit DU/WC, guter Standard | |
| Sanitäranlagen: | DU/WC/Waschgelegenheit in der Kabine, guter Standard | |
| Verpflegung: | 4 Mahlzeiten, einfach, aber meistens gut, teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Frühstück für Trainees an westliche Standards angepasst. Trainees nehmen Mahlzeiten separat ein. Abends steht für die Trainees eine Bar an Bord zur Verfügung. | |
| Kontakt zur Besatzung/Freundlichkeit: | Traineebetreuung gut, Kontakt zur Besatzung aufgrund von Sprachschwierigkeiten nicht einfach; Trainees werden geduldet, aber nicht voll integriert | |
| Möglichkeiten mitzuarbeiten: | Ausbildungsschiff mit Kadetten, Mitarbeit möglich, aber zum Teil nicht erwünscht | |
| Unterweisung in seemännischen Fertigkeiten: | Durch Traineebetreuung, soweit ok, zeitlicher Ablauf verbesserungswürdig | |
| Preis-/Leistungsverhältnis: | Preis-/Leistungsverhältnis etwas hoch, aber durch den höheren Komfort insgesamt noch angemessen | |
| Gesamtbewertung: | Schnelles Schiff mit vergleichsweise gutem Komfort. Segelbegeisterter Kapitän. Neue Farbgebung sehr gewöhnungsbedürftig, Zielgruppe eher Mitsegler die wenig oder gar nicht mitarbeiten wollen. |
| Name des Schiffes: | Zeitraum der Reise: | Ort der Reise |
|---|---|---|
| MIR (3-Mast-Vollschiff, Russland) | 11.-16.05.2003 | Hamburg-Warnemünde (rd.Skagen) |
| Kriterium: | Bewertung: | |
| Allgemeinzustand des Schiffes: | gut | |
| Unterbringung: | 12-Bett-Kabine (Kubrick), einfache Ausstattung | |
| Sanitäranlagen: | DU/WC ein Deck tiefer im Zwischendeck, einfacher Standard | |
| Verpflegung: | 4 Mahlzeiten, sehr einfach, aber meistens gut, teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Für die Trainees steht abends eine Bar an Bord zur Verfügung. | |
| Kontakt zur Besatzung/Freundlichkeit: | Traineebetreuung gut, Organisation könnte etwas besser sein; Kontakt zur Besatzung aufgrund von Sprachschwierigkeiten nicht einfach; Trainees werden akzeptiert und soweit wie möglich integriert | |
| Möglichkeiten mitzuarbeiten: | Ausbildungsschiff mit Kadetten, Mitarbeit aber gut möglich und durchaus erwünscht | |
| Unterweisung in seemännischen Fertigkeiten: | Sehr engagierte Traineebetreuung, Besatzung bemüht sich, Seemannschaft zu vermitteln | |
| Preis-/Leistungsverhältnis: | Einfache Standards aber günstige Preise, dadurch sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis. | |
| Gesamtbewertung: | Sehr schnelles Schiff, segelbegeisterter Kapitän, sehr lockere Atmosphäre an Bord. Gut geeignet für Trainees, die bereit sind mitzuarbeiten und keine allzu hohen Ansprüche an Komfort stellen. |
| Name des Schiffes: | Zeitraum der Reise: | Ort der Reise |
|---|---|---|
| ROALD AMUNDSEN (Brigg, Eckernförde/Deutschland) | 24.01.-03.02.2005 29.06.-05.07.2005 11.03.-24.03.2006 |
Atlantik (Kanaren) Eckernförde/D-NOK-Amsterdam/NL Atlantik (Lissabon/P-Biscaya-Brest/F-Cherbourg/F) |
| Kriterium: | Bewertung: | |
| Allgemeinzustand des Schiffes: | gut | |
| Unterbringung: | einfach, 4-6-Bett-Kabinen mit Kojen, Jugendherbergsstandard ggf. auch Unterbringung in Hängematten möglich. |
|
| Sanitäranlagen: | 3 DU/3 WC/einfacher Standard, nachts steht nur 1 DU/1 WC zur Verfügung | |
| Verpflegung: | 3 Mahlzeiten, einfach aber westlicher Standard. Frühstück mit frischen Brötchen und frischem Brot (selbstgebacken). Nachmittags Plätzchen, manchmal Kuchen. Heißgetränke u. Trinkwasser frei, Süßigkeiten, Mineralwasser, Erfrischungsgetränke zu akzeptablen Preisen im Kiosk. Während der Fahrt Alkoholverbot an Bord, vor Anker bzw. im Hafen werden ggf. Ausnahmen durch den Kapitän zugelassen. | |
| Kontakt zur Besatzung/Freundlichkeit: | Sehr gut, als Trainee auf der ROALD AMUNDSEN wird man in alle Bordroutinen mit eingebunden, die Stammcrew gibt sich große Mühe, die Trainees in die Crew mit einzuspleißen. | |
| Möglichkeiten mitzuarbeiten: | Reines Ausbildungsschiff, Mitarbeit unbedingt erforderlich | |
| Unterweisung in seemännischen Fertigkeiten: | Gut, soweit es Zeit und Fahrtgebiet zulassen. Wichtig dabei: Interesse zeigen, Ausbildung fordern. | |
| Preis-/Leistungsverhältnis: | Preis-/Leistungsverhältnis im allgemeinen angemessen | |
| Gesamtbewertung: | Interessantes Schiff mit geringem Komfort. Prima Atmosphäre an Bord. Zielgruppe: Mitsegler, die voll mitarbeiten und einiges über traditionelle Seemannschaft lernen wollen. |
| Name des Schiffes: | Zeitraum der Reise: | Ort der Reise |
|---|---|---|
| STATSRAAD LEHMKUHL (3-Mast-Bark, Norwegen) | 14.07.-20.07.2003 23.08.-31.05.2004 |
Eemshaven/NL-Lerwick/Shetland Islands(GB)-Bergen/N Elsfleth/D-Lerwick/Shetland Islands(GB)-Bergen/N |
| Kriterium: | Bewertung: | |
| Allgemeinzustand des Schiffes: | sehr gut, Schiff Baujahr 1914 und in hervorragendem Zustand | |
| Unterbringung: | sehr einfach, 2 große Schlafräume (Banjers) mit Hängematten für bis zu 150 Trainees | |
| Sanitäranlagen: | DU/WC/Waschgelegenheiten im gleichen Deck, guter Standard | |
| Verpflegung: | 3 Mahlzeiten, sehr gut und reichlich, viel Fisch aber auch Fleisch, Wurst, Käse etc. Westlicher Standard. Striktes Alkoholverbot an Bord. | |
| Kontakt zur Besatzung/Freundlichkeit: | Traineebetreuung sehr gut, perfekte Organisation; Kontakt zur Besatzung gut; Trainees werden gut integriert | |
| Möglichkeiten mitzuarbeiten: | Mitarbeit an Bord ist nicht nur erwünscht, sondern Voraussetzung, die LEHMKUHL fährt nur mit einer kleinen Stammbesatzung und ohne die Mitarbeit der Trainees kann das Schiff nicht richtig segeln. Trainees nehmen an folgenden Seewachen teil: Ruder, Ausguck, Brückenwache, Brandwache, Bojenwache; ggf. Kombüse | |
| Unterweisung in seemännischen Fertigkeiten: | Sehr engagierte Traineebetreuung, Besatzung ist sehr locker und geduldig, gutes Ausbildungsprogramm | |
| Preis-/Leistungsverhältnis: | Unterbringung sehr einfach, aber sonst guter Standard. Sehr gute Ausbildung. Interessante Törns. Preis-/Leistungsverhältnis etwas hoch, aber noch angemessen. | |
| Gesamtbewertung: | Untergetakeltes klassisches Ausbildungsschiff, gut organisiert und in einwandfreiem Zustand. Sehr lockere Atmosphäre an Bord. Gut geeignet für Trainees mit Hang zum Abenteuer (Hängematten) und unbedingter Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit. |
Auf der Website des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) kann
die Broschüre "Sicherheit auf dem Wasser" als .pdf-Datei
heruntergeladen werden.
Sie enthält neben umfassenden Informationen über die aktuellen Verkehrsvorschriften auf Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen viele praktische Tipps und
Sicherheitshinweise. Dazu gibt es Anregungen, für umweltgerechtes Verhalten und ein bundesweites Verzeichnis der Seenotrettungs- und Wasserschutzpolizeistationen,
sowie die Anschriften der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes.
Viele weitere Infos gibt es bei ELWIS, dem Elektronischen Wasserstraßen-Informationssystem.
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