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Törn 134 "Durch die Biscaya" Lissabon - Oostende - Seite 2
Durch den längeren Aufenthalt in Lissabon bin auch ich mal zusammen mit Helmi, Olli und Rolf zu einem Stadtbummel gekommen. Lissabon ist riesig und
es ist nicht einfach, sich zurecht zu finden. Die Innenstadt liegt ein ganzes Stück östlich vom Doca de Alcantara, war aber
mit der Straßenbahn gut zu erreichen. Es gibt viele interessante Plätze und Gebäude und besonders am Abend viel Leben in der Stadt.
Nachfolgend ein paar Schnappschüsse, um einen Eindruck zu vermitteln.
Unter anderem gab es Capoeira zu sehen, den brasilianischen Kampftanz (aber in dem Gewühl schön mit den Händen auf den Wertsachen...).
Capoeira ist ca. im 16. Jahrhundert zur Zeit der Sklaverei in Brasilien entwickelt worden. Da Sklaven keine Kampfkünste ausüben durften,
tarnten sie es als Tanz und dadurch wurde Capoeira weit mehr als nur Kampf sondern auch Spiel, Lebensgefühl und Freude an der Bewegung!
Es gibt einige Aufzüge (elevadores), mit denen man sich in die höheren Stadtviertel transportieren lassen kann. Einen davon haben wir gesehen,
den Elevador de Santa Justa. Zum einem Ausflug in die oberen Stadtviertel sind wir aber nicht mehr gekommen. Unübersehbar thront hoch über den
Dächern der Stadt das "Castelo de Sao Jorge", die Festung des heiligen Georg.
Lissabon ist auch geprägt von seinen tollen Fischrestaurants, leider hatten wir mit dem Restaurant, in dem wir gegessen haben,
nicht ganz so viel Glück. Unser Fisch war leider etwas zu dunkel gegrillt...
Man findet auch überall in der Stadt Bezüge zum Meer, es lässt sich wirklich nicht verbergen, dass Portugal eine Seefahrernation ist.
So fanden wir z.B. an der Nationalbank ein schönes Relief einer Bark - leider nur durch einen Schornstein zwischen dem Fock- und dem Großmast
verunstaltet.
Nach dem zwangsweise verlängerten Aufenthalt in Lissabon ging es dann aber am Montag endlich los. Auf das Kommando "Leinen los" haben alle an Bord schon sehnsüchtig
gewartet. Aus dem Doca de Alcantara ging es auf dem Tejo vorbei an dem US-Kriegsschiff USS MOUNT WHITNEY LCC/JCC 20, dem
schon ziemlich betagten Flaggschiff (Stapellauf Januar 1970) des "Commander Second Fleet/Commander Striking Fleet Atlantic". Die Amis haben übrigens ganz schön aufgepasst,
dass wir dem Schiff nicht zu nahe gekommen sind. Ein Begleitboot sorgte während des Passierens dafür, dass wür schön auf Abstand blieben.
Danach passierten wir die Brücke des 25. April, eines der Wahrzeichen von Lissabon. Die Brücke ist schon ein gigantisches Bauwerk. Sie erinnert
an die Golden Gate Bridge in San Francisco. 5 Fahrspuren führen in 70m Höhe über den Tejo. Unter der Fahrbahn befindet sich eine Schienentrasse für
einen modernen zweistöckigen Brückenzug. Nach dem Passieren der Brücke wurden die Marssegel gesetzt, so dass wir alle Hände voll zu tun hatten.
Vorbei am Turm von Belem (Torre de Belem) und dem "Padrao dos Descobrimentos", einem 50 m hohen Denkmal in Form des Bugs einer Karavelle, ging es dann hinaus auf den Atlantik.
Dann kam auch der Wind, leider fast genau von vorne, so dass die Marssegel bei Gegenwind und kräftigem Seegang wieder eingepackt werden mussten. Die Hauptmaschine der Roald, liebevoll "Erna" genannt,
sorgte dann zunächst für einen zügigen Vortrieb in Richtung Norden.
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