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Von Elsfleth haarscharf an Kirwall/Orkney vorbei :-(
über Lerwick/Shetland nach Bergen - Seite 3
Während des Sturms diente das Deck der Lehmkuhl einigen kleinen Vögeln als Notlandeplatz, da bei dem
starken Wind ans Fliegen nicht mehr zu denken war. Am nächsten Morgen sah die Welt aber trotz des immer
noch sehr hohen Seegangs schon wieder viel besser aus, die Sonne kam wieder heraus und dementsprechend
schnell verbesserte sich die Stimmung an Bord.
Der Sturm aus westlicher Richtung hatte aber dafür gesorgt, dass unser Ziel Kirkwall nicht zu erreichen war, ohne den ganzen Terminplan zu gefährden. So traf dann der
Kapitän die Entscheidung, die Orkneys zu canceln und direkt nach Lerwick/Shetland zu segeln. Schade, ich bin noch nie auf den Orkneys gewesen und hatte mich eigentlich
besonders auf den Aufenthalt in Kirkwall gefraut. Aber man muss auf einem Segelschiff halt die Dinge nehmen, wie sie kommen.
Damit wir wenigstens etwas mehr über die Orkneys erfahren, hat es Sergeant John dann in seiner unnachahmlichen und sehr humorvollen Art übernommen,
uns mit einigen wissenswerten Informationen zu versorgen. Auch an Deck sorgten gelegentlich überkommende Brecher dafür, dass im wahrsten Sinne des Wortes kein Auge trockenblieb.
Schließlich kamen wir dann aber doch heile in Lerwick auf den Shetland Islands an. Leider mussten wir ziemlich außerhalb im industriellen Teil des Hafens anlegen, wodurch der Weg in den Ortskern doch deutlich länger wurde.
Nach dem schweren Wetter tat es aber ganz gut, sich die Beine mal wieder ausgiebig zu vertreten. Lerwick ist durchaus sehenswert und hat neben netten Pubs auch einige schöne Ansichten zu bieten. Beeindruckend war insbesondere
auch die Blütenpracht im Gilbertson Park.
Im Hafen vor dem Ortskern lagen die "Falken" und die "Gladan", zwei Schwesterschiffe der schwedischen Marine. Die Besatzungen der Schoner sorgten in den Pubs mit Ihren Shanties für viel Stimmung. Wie auch schon in Elsfleth lagen die
Schiffe in direkter Schußrichtung dicker Kanonen - wie sich die Bilder doch gleichen...
Wie im letzten Jahr stand auch wieder eine Busfahrt durch South Mainland auf dem Programm, die uns diesmal zunächst über die Ostküste nach Sumburgh Head führte und anschließend über den Jarlshof und die
Westküste zurück nach Lerwick.
Übrigens hatten einige Trainees dieses Törns die legendäre Geschichte vom Vorjahr über Captain Flint’s Rückkehr in seine Heimat-Pub in Lerwick gehört. Beim abendlichen Pub-Besuch musste man aber feststellen,
das Flint irgendwie richtig grün im Gesicht war - nach einem Jahr in einem verräucherten schottischen Pub eigentlich kein Wunder. Kurz gesagt, der arme Kerl brauchte dringend mal wieder eine Luftveränderung.
Und so kam es wie es kommen musste - am nächsten Morgen befand sich Captain Flint auf wundersame Weise wieder an Bord der Statsraad Lehmkuhl und sah schon wieder viel fröhlicher aus.
Auf der Fahrt von Lerwick nach Bergen hatten wir einen Kameramann an Bord, da zum 90. Jubiläum der Statsraad Lehmkuhl ein Video gedreht werden sollte. Bei traumhaftem Segelwetter mit kräftigem Wind
hatte der arme Kerl ganz schön Schwierigkeiten, beim Filmen auf den Beinen zu bleiben.
Zusätzlich wurde noch ein Hubschrauber der Küstenwache geordert, der Aufnahmen von oben machte und eine Bergeübung auf dem Achterdeck
der Lehmkuhl durchführte. Dabei sind sicherlich einige spektakuläre Bilder zustande gekommen.
Zum Abschluß gab es noch eine leckere Mahlzeit, "Sergeant" John im Schottenrock, Shanty-Singen mit Kapitän Marc Seidl, eine Feuerübung und ein Bootsmanöver für die Crew - es war noch allerhand los. Auf jeden Fall wurde dafür gesorgt, dass bis zur Ankunft in Bergen garantiert keine Langeweile aufkam.
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