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Von Holland über die Shetlands nach Norwegen mit der "Statsraad Lehmkuhl" - Seite 3

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Auf dem Weg Richtung Shetland haben wir auch diverse Ölfelder in der Nordsee passiert. Die riesigen Ölplattformen sind schon ein toller Anblick. Wir haben sogar Besuch von einer der Bohrinseln bekommen - ein kurzer Plausch beim Kapitän und dann ging es wieder zurück.

Ölplattformen - Städte in der Nordsee - Foto: Klaus Pajk Besuch an Bord - Foto: Klaus Pajk

Die Sicherheit an Bord ist auch immer ein Thema. Neben der obligatorischen Sicherheitseinweisung für alle Trainees (Rettungswesten, Schiffsalarme, Aussetzen des Beibootes etc.) fand auch eine Brandschutzübung statt. Es wurde Feueralarm gegeben, angenommen wurde ein Feuer in den Banjers. Die Trainees mussten umgehend alle an ihren Musterungsstationen an Deck erscheinen. Nach Überprüfung auf Vollzähligkeit wurden die Trainees aufgrund der angenommenen starken Rauchentwicklung auf das Poopdeck "verbannt".

Anschließend mußten Besatzungsmitglieder unter Vollzeug und Atemschutz unter Deck den "Brand" bekämpfen - kein leichter Job bei Außentemperaturen über 25 Grad Celsius. Das "Feuer" war aber schnell gelöscht, anschließend waren die Einsatzkräfte erst einmal bedient und wir hatten demzufolge einen ruhigen Nachmittag. Dadurch ergab sich die Gelegenheit für einen Fotoausflug ins Rigg. Es ist immer wieder beeindruckend, so ein Schiff aus der Vogelperspektive zu sehen.

Brandschutzübung - Foto: Klaus Pajk Blick vom Großmast zum Bug Höhenluft - Foto: Klaus Pajk

Am Donnerstag haben wir dann die Shetland Inseln erreicht. Das Erste, was wir sahen, war eine imposante Steilküste. Die hoch aufragenden Klippen waren von tausenden von Seevögel "besetzt". So ein Bild sieht man auch nicht alle Tage - und das alles immer noch bei herrlichstem Wetter. Am Tag unserer Ankunft haben wir übrigens mit 26 Grad Celsius den heißesten Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen auf den Shetlands erwischt.

Steilklippen der Shetland Inseln - Foto: Klaus Pajk Ein Paradies für Seevögel - Foto: Klaus Pajk

Dann ging Richtung Lerwick. Die rauhe Landschaft der Shetland Inseln hat schon etwas. Sicherlich kein Reiseziel Fans von "Ballermann" und Co., aber Leute die Wind, Wasser und jede Menge pure Natur lieben, kommen sicherlich auf ihre Kosten. Leider hatten wir nur einen Tag Zeit, aber für den nächsten Tag war immerhin eine Rundfahrt über South Mainland vorgesehen.

Im Hafen hatten wir leider etwas Pech. Neben uns am Kai lag ein ziemlich neues Fischereifabrikschiff. So ein Ding in der Art, dass hinten Wale/Fische hineingesaugt werden und vorne Fischstäbchen herauskommen. Dieses Teil hat mörderisch nach Tran gestunken und hatte die ganze Zeit einen mächtigen Diesel für die Kühlung laufen - also der richtige Nachbar für eine angenehme Hafenruhe. Außerdem hat der Kahn das schöne Postkartenmotiv mit der Lehmkuhl im Hafen versaut....

Leuchtturm - Foto: Klaus Pajk Hafen von Lerwick - Foto: Klaus Pajk

Abends haben wir dann nach 4 Tagen Enthaltsamkeit eine kleine Pubtour unternommen und sind nach kurzer Zeit auf unsere Besatzung gestoßen. Diese hatte vor etwa einem Jahr in einem Pub einen Stoffpapagei geklaut (mit Piratenhut, Augenklappe und Holzbein). Hierzu wurde die Thekenbesatzung unter schwierigsten Bedingungen und unter Mitwirkung des Kapitäns abgelenkt.

Der Papagei ist seitdem auf der LEHMKUHL mitgefahren und sollte jetzt zurückgegeben werden. Dazu wurde ein Zertifikat erstellt, in dem dem Viech die zurückgelegten Seemeilen und die besuchten Häfen bestätigt wurden - mit Unterschrift vom Kapitän. Die ganze Bande ist dann also mit dem Papagei singend in den Pub eingezogen und von da an war dort der Bär los, wie man sich vorstellen kann. Es war ein toller Abend.

Ich bin übrigens nicht mit Sonnenbrille herumgelaufen, weil ich so ein cooler Typ bin. Leider ist mir am zweiten Tag auf See ein Brillenglas aus meiner Brille herausgefallen und war natürlich im Eimer. Auf See ist es aber gar nicht so einfach, Ersatz zu bekommen - also musste die Sonnenbrille dran glauben. Glücklicherweise war in Lerwick direkt in Hafennähe ein Optiker, der es geschafft hat, mir bis zum nächsten Tag eine neue Brille zu machen. Ob das in Deutschland geklappt hätte, möchte ich bezweifeln.

Nach 4 Tagen der erste Schluck Alkohol - Foto: Klaus Pajk Kelly Opticians in Lerwick - Foto: Klaus Pajk
   
Wohnen am Hafen von Lerwick Nachbau eines Wikingerschiffes

Am Freitag war dann das Wetter viel schottischer: Nebel, Regen und die große Hitze war auch erst mal weg. So habe ich mir Schottland eigentlich immer vorgestellt. Für uns stand eine Rundfahrt mit dem Bus auf dem Programm. Ziele waren unter anderem der Jarlshof, eine Siedlungstätte mit Bauten von 800 v.Chr. bis zum 17. Jahrhundert n.Chr. sowie Sumburgh Head, die Südspitze von South Mainland, wo Nordsee und Atlantik aufeinandertreffen.

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