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Törnbericht Travemünde - Bornholm - Seite 4
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Zwischen den Segelalarmen wurden die Kadetten mit allgemeinen Bordarbeiten auf Trab gehalten. Es wurde fleissig Rost geklopft und anschließend nachgestrichen,
es wurden Webleinen in den Wanten repariert oder Fußpferde neu angefertigt und ausgetauscht.
Hierbei wurde echtes Recycling praktiziert. Alte Taue wurden aufgedröselt und die inneren Seelen wurden anschließend zur Weiterverwendung wieder aufgewickelt.
Dann wurden Seilkauschen in die Drahtseile für die Fußpferde eingespleisst. Die auf die erforderliche Länge angepassten Seile wurden dick mit Fett eingestrichen,
mit Leinenstreifen umwickelt und dann mit den vorher gewonnenen Tauseelen umwickelt. Anschließend kam noch schwarze Farbe drüber und die einzelnen Seile wurden mit
Schäkeln zu neuen Fußpferden zusammengesetzt.
Für uns gab es dabei nicht viel zu tun, da die Bootsleute kaum Genug Beschäftigung für die Kadetten hatten. So hatten wir Zeit in der Sonne zu dösen oder die Route des Schiffes
in der Traineebrücke zu verfolgen. Übrigens eine tolle Einrichtung, mit GPS, Seekarten, weiteren Instrumenten, Knotenmaterial etc.
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Bei den Malarbeiten haben sich die wenigsten Kadetten etwas daruntergelegt, so dass das ohnehin schon arg ramponierte Deck regelmäßig mit Farbe besprenkelt wurde.
Diese Farbkleckser durften die Kadetten anschließend in mühevoller Arbeit wieder von den Planken kratzen - das könnte man auch eleganter lösen. Aber vor der Ankunft in Travemünde
war ohnehin das grosse Deckschrubben angesagt.
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Es wurden große Eimer mit Schmierseife angesetzt und das Deck gründlich eingeseift. Dann streuten die Bootsleute Sand auf das Deck und die Kadetten mussten mit Ziegelsteinen
die Decksplanken scheuern - auf den Knien versteht sich. Das war eine ganz schöne Maloche.
Vor Abschluss der Arbeiten gab es noch einen Segelalarm, so dass danach der ganze Sand
auch in den Tauen saß. Eine riesen Sauerei, die nur durch Einsatz von viel Wasser wieder einigermaßen beseitigt werden konnte. |
Den Feierabend hatten sich die Kadetten anschließend wirklich verdient. Erstaunlicherweise fingen einige noch an, Klimmzüge zu machen oder uns mit - zum Teil wirklich sehenswerten - Turnübungen zu beeindrucken.
Dabei hatten sie tagsüber eigentlich genug Zeit, ihre überschüssigen Kräfte loszuwerden. Andere genossen die Ruhe oder es wurde Gitarre gespielt und gesungen.
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